Januar 7, 2026

Krisenvorsorge Mietwohnung:

Zwei Menschen, eine Wohnung – und plötzlich kein Strom

Ein Stromausfall trifft Paare in Mietwohnungen oft härter, als man denkt. Nicht, weil sofort etwas Dramatisches passiert, sondern weil viele Alltagsfunktionen gleichzeitig wegfallen. Licht. Internet. Handy laden. Kochen.

Was dann zählt, ist keine Hightech-Ausrüstung, sondern ein klarer, realistischer Plan.

Kurz eingeordnet
Vorsorge in der Mietwohnung bedeutet nicht Autarkie. Sie bedeutet, für ein paar Tage ruhig, informiert und handlungsfähig zu bleiben – innerhalb der realen Grenzen einer Wohnung.

Diese Seite richtet sich an Paare ohne Haus, ohne Generator, ohne Garten. Also an die Mehrheit.

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Welche Situationen sind realistisch?

Für Paare in Mietwohnungen sind vor allem diese Szenarien relevant:

– Stromausfall über Stunden oder wenige Tage
– eingeschränkte Wasserversorgung
– Ausfall von Mobilfunk oder Internet
– geschlossene Supermärkte und Tankstellen
– verzögerte Hilfe von außen

Was nicht realistisch ist:
mehrtägiger autarker Betrieb mit Generatoren, offenem Feuer oder improvisierten Heizlösungen.

Aus der Praxis
In echten Stromausfällen eskaliert Stress selten wegen der Lage selbst, sondern wegen Orientierungslosigkeit. Niemand weiß, was los ist, Handys sind leer, es wird dunkel. Gute Vorsorge verhindert genau das.


Lebensmittelvorrat für eine Krise

1. Wasser: banal, aber unverzichtbar

Ohne Strom kann auch die Wasserversorgung eingeschränkt sein. Druckabfall, kein warmes Wasser, im Extremfall gar kein Wasser aus dem Hahn.

Oft vergessen: Brauchwasser zum Abwaschen, Körperpflege etc. 

Empfehlung: mindestens 3 Liter Trinkwasser pro Person und Tag, also 18 Liter

Ihr habt einen Keller?

Dann sind Wasserkanister wohl am praktikabelsten. Ihr füllt diese einmal jährlich auf, gebt einen Wasseraufbereiter hinzu und müsst das Wasser im Jahresturnus wechseln. Achtet darauf, dass der Kanister lebensmittelecht ist und dass der Wasseraufbereiter explizit für Menschen gedacht ist. 

Für Säuglinge und Kleinkinder sollte man Flaschenwasser vorhalten.


2. Essen ohne Herd

Im Stromausfall fällt Kochen häufig weg. Herd, Backofen, Mikrowelle funktionieren nicht.

Zur Bevorratung bieten sich Konserven und Eingemachtes an. Achtet bei den Verpackungen darauf, dass Ihr keine Lebensmittel in Papp-Kartons kauft. Hier gibt es leider keine Alternative zu Plastik, Alu oder Glas. 

Hier eine Liste mit Inspirationen:

- Reis
- Nudeln
- Haferflocken
- Nudelsauce
- eingelegtes Gemüse
- Kichererbsen, Bohnen (Proteinquelle)
- Ravioli o.ä. aus der Dose
- Fischkonserven
- Fleischkonserven
- Vollmilchpulver zum Anrühren
- Zucker
- Salz und Pfeffer

Klartext
Offene Flammen in Innenräumen sind ein erhebliches Sicherheitsrisiko und sollten dort nicht verwendet werden. Stellt euren Camping-Kocher in der Küche auf Fliesen. Achtet darauf, dass nichts brennbares in der Nähe ist. Achtet auf eine gute Belüftung des Raumes. Im Zweifel: lieber draußen Kochen UND Haushalts-Feuerlöscher vorhalten.

Tipp
Vergesst nicht ein Feuerzeug vorzuhalten 🙂

Alternativ kann man die Konserven auch ungekocht verzehren. Eine warme Mahlzeit tut jedoch gut und steigert die Moral.


Technik für einen Stromausfall

3. Licht: überschätzt, aber entscheidend

Dunkelheit verstärkt Stress, Unsicherheit und Unfallgefahr.

Kerzen wirken romantisch, sind aber in Wohnungen problematisch.

Kurz gesagt
Kerzen = Brandrisiko. LED-Licht = sicher.

Bei Technik ist es wichtig, dass man Reserven bildet. Technik ist anfällig. Insbesondere wenn wir Sie nicht täglich nutzen und testen, aber im Notfall darauf angewiesen sind. 

Meine Empfehlung daher: Lieber etwas mehr Geld ausgegeben für gute Technik und jeweils ein Backup in der Hinterhand.  Zudem sollten alle Technik-Features batteriebetrieben sein oder mit einer Kurbel wieder aufgeladen werden können. 

Beleuchtung

Stirnlampen sind ein wirklicher Zugewinn in einem Stromausfall. Ihr habt die Beleuchtung dort, wo Ihr etwas sehen wollt und gleichzeitig die Hände frei. 

Wenn ihr zusätzlich noch eine Lichtquelle zur Raumausleuchtung benötigt, ist eine Campingleuchte sinnvoll.

Um auch im Falle eines Verteidigungsfalles Licht nutzen zu können, solltet ihr auf Lampen mit Rotlicht achten. Rotes Licht wird aus der Ferne weniger gut gesehen und eure Augen bleiben im „Dunkelmodus“ sodass ihr euch nicht erst wieder an die Dunkelheit gewöhnen müsst. 


4. Kurbel-Radio: Informationen empfangen

Klingt altmodisch, ist es auch - aber es ist relevant. 

Ohne Strom fällt zunächst sofort dein Internet zuhause aus. Nach uns nach auch der Mobilfunk (ca. 30min bis 2h nach Stromausfall). Was dann noch funktioniert: der Radioempfang. 

Nachrichten empfangen in Krisenzeiten
Es ist wichtig informiert zu bleiben. Du möchtest schließlich wissen wie lange sich z.B. der Stromausfall noch hinziehen kann, wie das Wetter in den nächsten Stunden und Tagen wird, wo man Notrufe abgeben kann, mit welchen Ereignissen man noch rechnen muss. 

Kurbelradio

Es gibt viele Anbieter mit Multi-Funktions Kurbel-Radios. 


5. Strom und Laden: Kommunikation sichern

Ohne Strom sind Handys schnell leer. Powerbanks haben längst schon Einzug in unseren Alltag gefunden. Um mehrere Tage durchzuhalten solltet Ihr eine ausreichend große Powerbank oder sogar Powerstation vorhalten. Diese sollte natürlich regelmäßig aufgeladen werden. Powerstations bieten sich hier an, da Ihr diese dauerhaft am Strom lassen könnt und die meisten dann das Akku-Management selbst betreiben. 

Meine Empfehlungen
Eine Powerstation oder mehrere starke Powerbanks für 2 Personen.


Hygiene: Vorbeugen vor Krankheiten

6. Hygiene und Alltag

Auch kurze Ausfälle werden unangenehm, wenn Hygiene fehlt. Schlimmer noch, fehlende Hygiene kann zu einem ernsthaften Problem werden. 

Sinnvoll sind:
– Feuchttücher
– Desinfektionsmittel
– Müllbeutel
– Toilettenpapier-Reserve

Kauft keine speziellen Hygienemittel „für Krisen“ sondern legt einen kleinen Vorrat an Artikeln an, die Ihr sowieso nutzt. 

Falls ihr doch etwas mehr Vorsorge betreiben wollt folgen hier meine Empfehlungen: 


7. Not-Apotheke

Klartext
Einen Mindest-Standard an Apotheke sollte jede/r Zuhause haben, um sich im ersten Moment selbst helfen zu können. 

Es folgt eine Liste zur Orientierung ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Achtet bitte auf individuelle Allergien, Unverträglichkeiten, Wechselwirkungen oder Kontraindikationen. 

- Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen)
- Fiebersenkende Medikamente (z.B. Paracetamol)
- Hautdesinfektionsmittel
- Schleimhaut- / Wunddesinfektionsmittel
- Wundschnellverband (Pflaster in verschiedenen Größen)
- Verbände (Verbandpäckchen und Mullbinden)
- Pflasterstreifen
- Wundauflagen
- Verbrennungstücher
- eigene Dauermedikation mit kleinem Vorrat
- Kühlkompresse ( Beispiel auf Amazon ansehen )
- Einmalhandschuhe
- Medikamente gegen Durchfall, Erbrechen und Übelkeit, Erkältungsbeschwerden
- Elektrolytlösung ( Beispiel auf Amazon ansehen )
- Mittel gegen Sonnenbrand / Insektenstiche

zudem: Schere und Pinzette. 


8. Wärme: ruhig bleiben statt improvisieren

Bei Stromausfall kann auch die Heizung ausfallen.

Für Wohnungen gilt:
– warm anziehen
– Räume bündeln
– Decken nutzen

Klartext
Heizgeräte mit offener Flamme oder Gas gehören nicht in Wohnungen. Sie sind gefährlich und oft verboten.

Meine Empfehlungen
Merino-Unterwäsche, Wärmende Decken oder Schlafsäcke für den Innenbereich.

Hier reichen eure Ski-Sachen, der „normale“ Schlafsack fürs Camping zunächst aus. 

Wenn Ihr etwas investieren wollt, folgen hier meine Empfehlungen:


9. Wichtige Unterlagen vorbereiten

In Krisensituationen geht es nicht nur um Versorgung, sondern auch um Nachweis, Orientierung und Handlungsfähigkeit. Viele Probleme entstehen nicht durch fehlende Ausrüstung, sondern durch fehlende Unterlagen.

Kurz eingeordnet
Wer im Zweifel nicht nachweisen kann, wer er ist oder welche Medikamente er braucht, verliert Zeit, wenn diese sowieso schon knapp ist. 

Folgende Unterlagen sollten physisch vorhanden sein:

– Ausweise und Reisepässe (Kopie)
– Krankenversichertennachweis
– Medikamentenpläne
– Impfpass (Kopie)
– Notfallkontakte
– Mietvertrag oder Eigentumsnachweis (Kopie)
– Versicherungsnummern

Meine Empfehlungen
Eine einfache Dokumentenmappe oder ein wasserdichter Umschlag reicht völlig. Keine Speziallösungen nötig.


10. Ein kleiner Notfallrucksack

Für Paare in Mietwohnungen ist ein sogenannter „Fluchtrucksack“ kein Zeichen von Panik, sondern eine Ordnungsmaßnahme. Er ist nicht für Tage in der Wildnis gedacht, sondern für Situationen, in denen man die Wohnung kurzfristig verlassen muss.

Kurz eingeordnet
Es geht nicht um Flucht ins Ungewisse, sondern um Struktur in einer Ausnahmesituation, zum Beispiel wenn Ihr überraschend evakuiert werdet. 

Nutzt einfach einen alten (Wander-) Rucksack dafür und haltet Ihn bereit. 

Das gehört rein: 

– Kopien wichtiger Unterlagen (s.o.)
– Bargeld in kleiner Stückelung (wenig)
– Medikamente für 1–2 Tage
– Powerbank (geladen) + Kabel
– Taschenlampe (Stirnlampe 😉 )
– Wasser (klein)
– einfache Snacks


Fazit: weniger Technik, mehr Alltagstauglichkeit

Sinnvolle Krisenvorsorge für Paare in Mietwohnungen ist kein Extremsport.
Mit Wasser, essfertigem Essen, Licht, Information und Hygiene lassen sich die meisten realistischen Szenarien gut überbrücken.

Alles andere ist optional – oder schlicht unrealistisch.


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